3W Motosport
1959 - 2000 - SAM
1959 - 2000
1959 wurde aus dem OMV der SAM
Das 1955/1956 erlassene Rundstrecken-Rennverbot für Automobile und Motorräder auf Schweizer Boden, mit dem die ruhmreiche Aera der OMV-Strassenrennen leider zu Ende ging, zwang die Sportkommission zu einer Umgestaltung des Sportbetriebes. An Stelle der Rennen auf Rund- und Bergstrecken traten geländesportliche Wettbewerbe. Das erste Motocross fand 1957 in Herisau und das erste Trial 1963 in Seegräben beim Pfäffikersee statt, worauf sich diese beiden Motorrad-Sportarten immer mehr durchzusetzen vermochten. Am 19. April 1959 beschloss die Delegiertenversammlung in Mels SG, den regionalen OMV zum schweizerischen SAM umzutaufen, was sich in fast allen Belangen als positiv erwies.
Versicherungstechnische und andere wichtige Gründe hatten unseren Verband zu diesem Schritt veranlasst. Schon 1962-1964 erreichte der SAM mit 92 angeschlossenen Sektionen den bisher höchsten Mitgliederbestand, der sich dann aber unterbrochen von einem Zwischenhoch (1972-1974 mit 90 Clubs) wieder rückläufig bewegte, wofür verschiedene Ursachen verantwortlich waren.
Männer, denen wir viel verdanken
Erst vier Jahrzehnte nach der Gründung des OMV kam es in der Verbandsleitung zum zweiten Wechsel, als Hans Keller 1967 das Zepter nach 35jährigem Vorsitz an den Basler Paul Bogni abtrat. Nicht vergessen dürfen wir in diesem Rückblick den 1992 verstorbenen Ernst Rohner, der in St. Gallen während mehr als 30 Jahren als Verleger und Drucker des «Motor und Sport» viel für den Verband getan hat. Und dank der 1970 in Angriff genommenen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Amateur-Motorsport-Bund (IMBA) gibt es seither für den SAM mit europäischen Staaten engere Kontakte und für die Sportler im Ausland zusätzliche Startgelegenheiten.
Den 50. Geburtstag des SAM konnten drei verdienstvolle Förderer unserer Motorfahrer-Vereinigung nicht mehr erleben. Ende Juli 1971 mussten wir vom 81 jährigen Oscar Rey, dem Gründer und ersten Präsidenten des OMV, Abschied nehmen. Im 1974 verliess uns (ebenfalls im Juli) Max Andreas Maier, der 36 Jahre lang als Redaktor der Verbandszeitung und von 1961 bis 1973 im Zentralvorstand tätig war, und im November auch der (wie MAM) 77jährige Hans Keller, der 43 Jahre dem Vorstand angehörte, 35 Jahre davon als Zentralpräsident.
1977— ein denkwürdiges Jahr
Ein erfreulicheres Ereignis gelangte am 24. April 1977 in Winterthur als besonderer Höhepunkt in der Verbandsgeschichte zur Durchführung: Die 50. Delegiertenversammlung, an welcher der SAM im Beisein von rund 450 Personen sein 50jähriges Bestehen feiern konnte. Am gleichen Tag, aber ein halbes Jahrhundert früher, wurde 1927 in Weinfelden der OMV «geboren».
Vier Jahre später wechselte 1981 die Verbandsführung von Paul Bogni, der dieses hohe Ansprüche stellende Amt 14Jahre souverän und stets mit gutem «Fingerspitzengefühl» ausübte, zu seinem Clubkollegen Robert Ehrismann. An der 66. DV 1993 verabschiedete der unermüdliche Basler bereits sein 12.Präsidialjahr. Schon vor seiner Wahl war der Zentral- vorstand bestrebt, seine Bemühungen um die Unfallverhütung und Verkehrserziehung zu intensivieren, was dann auch geschah. Immerhin gehört dies zu den dringlichsten Aufgaben eines jeden Motorfahrer- und Strassenverkehrs- Verbandes. Seit der 68. DV des SAM in Bazenheid (1995) ist Andrea Tarnutzer-Münch der neue Mann an der Spitze des Verbandes, er löste Robert Ehrismann nach 14 Jahren ab. Andrea Tarnutzer-Münch ist erst der 5. Zentralpräsident in der 75-jährigen Geschichte des Verbandes, und auch er ist bereits wieder 7 Jahre in diesem Amt! Die Zeiten sind sicher nicht einfacher geworden, der Zentralvorstand kämpft mit ständigem Personalmangel; Andrea Tarnutzer ist aber als Jurist an der richtigen Position, um die ständigen neuen Gesetzestücken und sonstigen Sachen umzusetzen und das Beste für den Verband herauszuholen.
Änderungen, die sich aufdrängten

Der Tod der langjährigen Sekretärin Dora Kasper (1982) hatte die Verlegung der SAM-Geschäftstelle von Kreuzlingen nach Olten zur Folge, wo sie ab dem 1. Februar 1983 von der Firma Zeindler & Partner heute Weber und Partner AG übernommen wurde. Im April 1986 zügelte das Zentralsekretariat erneut, diesmal von Olten nach Egerkingen SO ins Kongresszentrum «Mövenpick». Während die Neuorganisation des Sekretariates auf starke Opposition stiess, die aber bald wie der verstummte, verlief ein weiterer Wechsel widerstandslos. Ende 1984 kündigte der SAM den Vertrag mit der Druckerei H. Brägger (vormals E. Rohner) in St. Gallen, in der das Verbandsorgan «Motor und Sport» mehr als 50 Jahre gedruckt und herausgegeben wurde. Seit 1985 ist der kostengünstigere und modernere Verlag des «Zofinger Tagblatts» im alten Aargauer Zähringerstädtchen der neue Partner des SAM und das «Motorjournal» unsere Zeitung. Die Zentralverwaltung, wie das Sekretariat in jüngster Zeit genannt wird, wurde nach Kündigung Heinz Webers infolge Gesundheitlicher Probleme im Jahr 2000 nach Basel an die Gütherstrasse verlegt, dort ist nun der Sitz unseres Verbandes.
Dem 21. Jahrhundert entgegen
Sowohl die Verlegung der Geschäftsstelle wie auch der Verlag und Zeitungswechsel haben sich bestens bewährt. Eine Dienstleistung besonderer Art bietet die Zentralverwaltung jenen Sektionen, denen es - weil in ihren eigenen Reihen geeignete Leute fehlen - gewisse Vorstandsarbeiten (beispielsweise den Beitragseinzug) abnimmt. Bedauerlich ist dagegen die ungenügende Unterstützung der Verbandsleitung, in der der Zentralvorstand und ein Teil der Kommissionen seit langem unterbesetzt sind, durch die Mehrheit der Clubs. Apropos Bestand des SAM: Anfang 1994 umfasste er 81 Sektionen und rund 6000 Mitglieder. 1980 waren es 84 Clubs, 1985 nur noch 79 und 1990 wieder 83. Für die Zukunft des Schweizerischen Auto- und Motorradfahrer Verbandes haben die Konzepte der Restrukturierungs-Kommission von 1992, die grösstenteils umgesetzt wurden und werden, viel gebracht. Die Finanzen konnten wieder einigermassen stabilisiert werden, und die Mitgliederzahlen steigen stetig, was nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit der Allianz Suisse zu verdanken ist. Ueberhaupt ist diese Zusammenarbeit äusserst wertvoll, sowohl für den Verband als auch für die Mitglieder, die mit Versicherungs-Vergünstigungen profitieren können. Es ist aber nach wie vor notwendig, dass verschiedene Sektionen in nächster Zeit aus ihrer Lethargie erwachen und endlich aktiver werden. Nur dann wird der SAM anno 2027 ein würdiges 100. Wiegenfest feiern können.
 
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