Die SAM Gründung |
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erfahren wir nachfolgend aus alten Jahrgängen des «Motor» aus Zürich (Verlag der Uto-Buchdruckerei) und der nach dem zweiten Weltkrieg eingegangen Fachzeitung «Das Motorrad», die im Verlaufe jenes denkwürdigen Jahres ausführlich über die Geburt des OMV berichtet haben. | |||
Die erste Kontaktnahme... |
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Einmal, weil die Mittel dazu fehlen, und weil sie die behördlichen Bewilligungen hiezu nicht erhalten. Können sich aber diese kleinen Clubs nicht der UMS anschliessen, so ist den Mitgliedern auch die Möglichkeit genommen, an einem sportlichen Anlass teilzunehmen, weil diese international reglementiert sind und die UMS die Sportpolizei hierüber ausführt. Der Zusammenschluss der Clubs der Ostschweiz in einen Regionalverband hätte den Vorzug, dass dieser allein der UMS gegenüber pflichtig ist und sich die einzelnen Clubs als Sektion diesem Verband gegen ein bescheidenes Eintrittsgeld und einer Kopfsteuer anschliessen können. Im weiteren soll ein solcher Regionalverband Vorteile bringen in Bezug auf das Versicherungswesen und anderes mehr. An der Diskussion beteiligten sich die meisten Delegierten in dem Sinne, dass sie nach Anhören der verschiedenen Voten für die Gründung eines OMV sind, dass sie aber nicht mit den Kompetenzen ihrer Clubs ausgerüstet seien, die Gründung zu beschliessen, weil sie in ihren Clubs zuerst Bericht über die Tagung erstatten müssen. An einer weiteren Versammlung soll am 24. April der definitive Beschluss gefasst werden.» |
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Sinn und Zweck des OMV |
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| Darüber wusste der «Motor» in einer späteren Ausgabe unter anderem Folgendes zu melden: «Der Hauptgrund des Zusammenschlusses der ostschweizerischen Motorfahrer-Clubs liegt in der Vereinfachung des Geschäftsverkehrs mit der UMS, in der Vereinfachung der Durchführung von sportlichen Veranstaltungen und in dem besseren Zusammenschluss aller Sektionen. Dadurch wird es möglich, die Mitgliederzahl der UMS zu erhöhen, die Tätigkeit derselben in der Ostschweiz wirksamer zu gestalten im Interesse der UMS und der angeschlossenen Clubs und deren Mitglieder. Dabei untersteht der OMV den Statuten und RegIementen der UMS, welche der erstere vollständig anerkennt. Die Zusammensetzung des OMV soll aus Clubs bestehen, die der Union der Motorradfahrer der Schweiz noch nicht oder bereits angehören. UMS-Clubs, welche zum OMV übertreten wollen, haben formell den Austritt aus der UMS zu nehmen, werden aber durch den Eintritt in den Ostschweizer Verband dieser wieder zugeführt. Allerdings nicht mehr als selbständige Sektion, sondern als Mitglied des OMV. In der Einladung zur Gründungsversammlung des OMV wurden über dessen Organisation und Ziele weitere Details bekanntgegeben. Wir zitieren: «Als Ganzes ist der OMV Mitglied der UMS und wird an deren Sitzungen so vertreten sein, dass die Interessen aller Sektionen und Mitglieder gewahrt werden. Nebst der inneren Organisation (eigenes Sekretariat, Gratisrechtsauskunft, Versicherungswesen etc.) wird er gegen die überhandnehmenden Regierungsverbote Stellung nehmen und sein Möglichstes versuchen, grössere Sportanlässe auch in der deutschsprechenden Schweiz zu veranstalten. Der OMV will sich auch zu allen kantonalen und eidgenössischen Gesetzesvorlagen äussern, die die Motorfahrzeuge betreffen, sowie in seinen Gauen tatkräftig für Verbesserung der Strassen und Schutz unbewachter Bahnübergänge eintreten, aber ebenso energisch gegen diejenigen vorgehen, die mit offenem Auspuff, blödsinnigem Rasen etc. gegen die Konkordatsbestimmungen verstossen.» |
Die Gründungsversammlung ging am Sonntag, dem 24. April 1927, im Hotel «Krone» in WeinfeIden in Szene. Die Tagung wurde vom Initianten Oscar Rey um 15.20 Uhr eröffnet. Die Traktanden: 1. Wahl eines Tagespräsidenten und Protokollführers; 2. Wahl der Stimmenzähler; 3. Referate 4. Vorlage des Statuten-Entwurfes; 5. Festsetzung des Mitgliederbeitrages; 6. Eventuelle Wahl des Verbandspräsidenten und des Büros; 7. Allgemeine Umfrage. Wie die Gründung des OMV verlief, beschrieb «Das Motorrad» wie Folgt: «Oscar Rey (Wil) wurde einstimmig als Tagespräsident und der Zürcher Dr. Elsener als Protokollführer gewählt. Das Protokoll der Versammlung vom 27. Februar in WiI fand einhellige Zustimmung. Die Präsenzliste enthielt die Namen folgender Delegierter und Sektionen: Hans Zwahlen (Amriswil), Adolf Landolt (Andelfingen), A. Wartenweiler (Andelfingen), A. Grundbacher (Bischofszell), A. Schläpfer (Bischofszell), Dr. H. Fisch (Flawil), A. Lieberherr (Flawil), J. Oettli (Oberthurgau), Oskar Bill (Oberthurgau), Gustav Kohler (Rorschach), Dr. Haag (UzwiI), Josef Butz (Uzwil), K. Schürmann (Wil), Franz Ziegler (Wil), G. Egger (Winterthur), C. Lehnherr (Winterthur) und Dr. Elsener (Zürich). Eine angeregte Diskussion über die Gründung des neuen Verbandes fesselte das Interesse aller Anwesenden. Die Zeiger der Uhr rückten gegen 8 Uhr, als der Präsident der Rorschacher Motorradfahrer mit aufmunternder Rede den Beitritt seines Clubs erklärte. Auch Winterthurs Eintritt erhielt starken Applaus. Es folgten teils unter Genehmigungsvorbehalt: Andelfingen, Oberthurgau, Wil, Bischofszell, Flawil und Uzwil. Einstimmig wurde darauf als erster Verbandspräsident Oscar Rey gewählt, der mit einem Aufruf an alle Anwesenden zur eifrigen Mitarbeit die Wahl annahm. Zur Erledigung der Geschäfte und Organisation des OMV wurde ein Dreierbüro mit Oscar Rey, Posthalter A.C. Ott aus Hauptwil und C. Lehnherr bestimmt, das an der nächsten Delegiertenversammlung auf fünf Mann erweitert werden soll. Mit einem Dankeswort an die Delegierten und einem Hoch auf den neugegründeten Ostschweizer Motorfahrer-Verband schloss der Vorsitzende um 18.20 Uhr die Tagung. Die Clubvertreter aus allen ostschweizerischen Gauen reisten in der festen Ueberzeugung wieder nach Hause, dass die geleistete Arbeit eine fruchtbare war und dass die Gründung des OMV für das Motorradwesen von grosser Bedeutung sein wird.» |
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Der OMV als UMS-Mitglied |
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| Ausserdem beschloss die Versammlung am 24. April, der OMV habe sich unverzüglich um die Aufnahme in die UMS zu bemühen. Als Beitrittsgebühr wurden festgelegt: Für bereits dem Landesverband der Motorradfahrer angeschlossene Clubs 10 Franken und für die anderen Sektionen 20 Franken. Auf eine Kopfsteuer konnte für 1927 verzichtet werden, dagegen hatten Mitglieder von nicht der UMS angehörenden Clubs einen Beitrag von zwei Franken zu entrichten. Das ebenfalls in Weinfelden zur Erledigung der Verbandsgeschäfte bestimmte Dreiergremium Rey-Ott-Lehnherr wurde ein Vierteljahr später am 31. Juli im Hotel «Weidegg» in Flawil anlässlich einer ausserordentlichen OMV-Generalversammlung zum eigentlichen Zentralvorstand erweitert. Diesem gehörten an: Oscar Rey (Wil) als Präsident, C. Lehnherr (Winterthur) als Vizepräsident, C.A. Ott (Hauptwil) als Sekretär/Kassier sowie G. Kohler (Rorschach), J. Oettli (Oberthurgau) und F. Scherb aus Weinfelden als Beisitzer. Für die Sportkommission stellten sich Dr. H. Fisch (Herisau, Sektion Flawil) als Vorsitzender, H. Wipf (Andelfingen), K. Schürmann (Wil), Greminger (Winterthur) und Dutto (Bischofszell) zur Verfügung. Als der OMV der UMS sein Aufnahmegesuch unterbreitete, wies das Direktionskomitee der Motorradfahrer-Union im Juni diese Bewerbung unverständlicherweise zurück, weil in der UMS Befürchtungen auftauchten, es könne aus dem OMV ein Konkurrenzverband entstehen. In beiden Lagern suchte man darauf eine befriedigende Lösung, die dann Ende August in einer gemeinsamen Sitzung in Winterthur gefunden wurde. Mitte November 1927 war es endlich soweit: Aufnahme des Ostschweizer Regionalverbandes (mit neun Sektionen und Sitz in Wil) in die UMS, und zwar ohne Einsprache. Diese Partnerschaft dauerte jedoch nur zweieinhalb Jahre. Am 25. Mai 1930 schlossen die Delegierten der UMS den OMV in Neuenburg wegen angeblichen Statutenverletzungen wieder aus. Die Zulassung von Einzelmitgliedern, die nicht an einen Club gebunden sein wollten, soll nebst anderem dazu beigetragen haben. Seither ist der OMV, aus dem 1959 der SAM (Schweizerischer Auto- und Motorradfahrer-Verband) entstand, eine in jeder Beziehung selbständige Vereinigung von Motorisierten. |
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