KTM X-MAS
Vorarlberger Trial im Wildbach
Trial Vandans vom 27.09.2009. Zum vierten Male gastierten die Trialer in Vandans im Montafon. Die Organisation ist immer etwa dieselbe. Fahrerlager in der Wiese beim Schwimmbad. Büro, Festwirtschaft und die letzte Sektion auf der anderen Seite der Badi beim Bauhof und die restlichen Sektionen im oder am Rande des Wildbaches welcher, durch riesige Mauern umrahmt, quer durch das Dorf ins Tal zur Ill führt.
Richi Mosimann schaffte es an seinem 50. Geburtstag hinter Willi Lauble und Albert Fürst aufs Podest.
Richi Mosimann schaffte es an seinem 50. Geburtstag hinter Willi Lauble und Albert Fürst aufs Podest.
Im Gegensatz zu andern Jahren war der Wildbach aber gar nicht wild, er war zum grössten Teil trocken, sodass nur in 2 Sektionen etwas Feuchtigkeit da war. Andererseits war er im oberen Teil derart ausgespült, dass die Verbindungsstrecke zu Sektion 7 neben dem Bach auf einer Forststrasse markiert war. Neu in diesem Jahr gab es 10 statt 8 Sektionen was spürbar war in Sachen Staus vor den Sektionen. Die Fahrer verteilten sich besser um den Rundkurs, welcher etwa 5 km beträgt. Die Sektionen 1,7 und 10 waren die einzigen, welche sich in Sachen Grip gut kontrollieren liessen. Die anderen sind wie auch in den vergangenen Jahren zum Teil unberechenbar. Sie wurden alle im kiesigen Uferböschungsbereich aufgebaut. Somit kollerten einfach immer irgendwelche Steine unkontrolliert unter den Rädern umher. Die schwarze Spur der Klasse 5 und 8 in der Sektion 8 wurde so fest von den einzelnen Durchfahrten der Fahrer abgebaut und Kies heruntergescharrt, dass man glauben konnte ein Bagger hätte da ein oder 2 Schaufeln Kies hingekippt. Dort gab dies, im Gegensatz zu anderen Stellen wo grosse Steine hervorkamen und deshalb grössere Stufen entstanden und das Durchfahren erschwerten, eher eine bessere Spur. Im dritten Gang und viel Gas kamen die Schwarzen am Schluss dort immer besser hoch. Etwas spezielles bot auch die Sektion 7 ganz oben im Tale. Sie wurde am grossen Hochwasser Schutzdamm ausgesteckt. Dieser mit grossen eckigen Steinen aufgemauerte Damm mit einer Steilheit von 50-60° (ist zwar schwer abzuschätzen) und einer Höhe von bis zu ca. 7-8 m flösste einem schon etwas Furcht ein. Zum Glück für die Klassen 6 und 9 war diese Sektion für sie nicht zu fahren. An diesem Damm galt es für die einzelnen Klassen ein oder mehrere Male in verschiedene Höhen rauf und wieder runter zu fahren. Im oberen Bereich gab es als Schwierigkeit für die Klassen 2 und 3 noch über einige schräge Kanten zu balancieren, bevor es wieder das Loch runterging.

Die Meisterschaft ist in diesem Jahr in allen Klassen bereits in Vandans endgültig entschieden worden. Auch einige Zweite und Dritte Plätze stehen schon definitiv fest. So kann das letzte Trial in einer Woche ohne Nervenkitzel angegangen werden.

In der Klasse 3 konnte sich der neue Meister Michel Zubler wiederum vor seinem Verfolger Patrick Fraefel behaupten. Michel fuhr die ersten beiden Runden je etwa um 5 Strafpunkte besser als Pädi. Die beiden letzten Runden gingen dann aber mit einem Punkt Vorsprung an Pädi. Dies war aber zuwenig um Michel zu schlagen. Die Punktezahlen von 83 und 93 für die zwei zeigen auch, dass in dieser Klasse der Schwierigkeitsgrad nicht gut getroffen wurde. Die Sektionen waren zu schwierig. Leider starteten nur diese beiden in Klasse 3. Die Brüder Weilenmann waren zwar auch vor Ort, fuhren aber nicht in Klasse 3. Christian Weilenmann zog es vor in der schwersten Klasse 2 zu starten und kam dort mit 100 Punkten halbwegs gut über die Runden. Rene Weilenmann war mit einer Gruppe neuer Fahrer angereist und betreute diese während des Tages. Nicht vor Ort war u.a. Erich Felder, unser Talent für Alles. Er startete an diesem Wochenende in Aarberg am Supermoto.

Am Morgen kurz vor dem Start begann es ganz leicht zu regnen (das erste Mal an einem SAM Trial seit bald 2 Saisons). Dies war wohl die richtige Motivation für Rolf Schläpfer, welcher schon seit langem auf ein Regentrial hofft. Aber nichts dergleichen. Zum Start war das bisschen Nass von oben vorbei und die Sonne kam hinter den Bergen hervor. Schläpfer bekam dies offensichtlich nicht ganz mit, denn er fuhr in drei von vier Runden die niedrigste Strafpunktezahl aller Klasse 4 und 7 Fahrer ein und kam so zu seinem ersten Sieg in diesem Jahr. Mit einem Total von 46 Strafpunkten lag er 18 Punkte vor dem neuen Meister Daniel Kronenberg, der auch derjenige ist, welcher in der dritten Runde um einen Punkt besser fuhr als Schläpfer. Auf den dritten Rang kam mit 66 Strafpunkten der junge Klasse 4 Fahrer Christian Weber. Mit diesem Sieg hält Schläpfer noch die Chance auf den 2. Rang in der Meisterschaft offen, falls der jetzt 2. platzierte Weber in Bühl einen schlechten Tag erwischt.

Markus Scherrer, neuer Meister in Klasse 5 konnte sich auch in Oesterreich erneut durchsetzen. Mit 38 Punkten lag er an Schluss 5 Punkte vor Beat Christen, welcher auch in der Meisterschaft auf dem 2. Rang liegt. Erneut wieder sehr gut fuhr Markus Büeler mit seiner alten Ossa. Nach dem 2.Rang auf der Grimmialp gelang ihm hier wieder eine Fahrt aufs Podest.

Genau dasselbe bei den Veteranen, der neue Meister vor dem neuen Zweiten. Albert Fürst gelang es auch wieder mit den wenigsten Füssen den Tag im Gelände zu verbringen. Am Ende waren es 26 Strafpunkte. Zweiter mit nur 2 Strafpunkten mehr wurde Richi Mosimann der nebst diesem Podestplatz auch seinen 50. Geburtstag feiern konnte. Damit dies auch alle mitbekamen war er mit einem besonderen T-Shirt unterwegs auf welchem was von „50 und immer besser“ stand. Hätte er nicht die erste Runde versiebt, wäre wohl ein Sieg drin gelegen. Mit 38 Strafpunkten wurde Kaj Zubler Dritter. Auch bei ihm fällt auf, dass eine Runde missriet. Seine Punkte 8,7,16,7 zeigen dies deutlich. Gar nicht zurecht kam Peter Vogelsang, dritter in der Meisterschaft. Erst in der letzten Runde kam die Punktezahl herunter.

Und bei den roten Leuten hiess der Sieger ein weiteres Mal Max Bürki. Er der vielfache und erneute Meister hat es aber auch nicht mehr so einfach wie in vergangenen Jahren. Seine Konkurrenten bedrängen ihn des öftern. Bürki siegte mit 15 Strafpunkten. Sven Wolfensberger folgte mit 20 und nur einen Punkt mehr auf seinen 4 Rundenkarten hatte Yannik Simkivics. So sind sie auch in der Meisterschaft rangiert.

Zur Siegerehrung gab es nebst den originellen „Pokalen“, es waren Steinsockel mit draufgesteckten, gelaserten Metallfiguren (Trialmotorrad mit Fahrer) auch einen reich gedeckten Gabentisch. Auch der Bürgermeister war wiederum vor Ort, hielt eine kurze Ansprache und lud uns fürs nächste Jahr wieder ein. Das Trial in Vandans ist jeweils so etwas wie ein Dorffest. Sehr viele Spaziergänger sind überall an den Sektionen und an der Strecke zu sehen. Auch das Gebiet um die Aussen-Festwirtschaft bei der Brücke oben im Dorf, gleich neben 4 Sektionen war immer mit vielen Personen besetzt.
Quelle: SAM Sportkommission   Autor: Elmar Fraefel
Datum: 03.10.2009
Rubrik: Sport
 
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